Vom Wunsch zur Wirklichkeit

Sein, der ich bin

Warum nicht ‚ich bin, der ich bin‘?

Ganz einfach, weil ich nie wissen kann, ob ich alle meine Verhaftungen und falschen Vorstellungen losgeworden bin. ‚Ich bin, der ich bin‘, das kann nur ein Gott sagen (oder ihm in den Mund gelegt werden), der sich seiner Absolutheit sicher ist. Aber weil ich ein Mensch und kein Gott bin, kann ich das nicht sein.

Darum ist es meine Haltung, der zu sein, der ich bin. Klingt ein bisschen verdreht, ist es aber nicht wirklich. Das ist die einzige Einschränkung, die ich für mich gelten lasse, dass ich nämlich nicht bin, was ich eigentlich sein könnte. Der Vogel, der gerade vorbeigeflogen ist, der definiert sich nicht, der ist ganz einfach ein fliegender Vogel. Der ist, was er eben ist. Jedenfalls nehme ich das an.

Aber dieses Nichtwissen um die eigene Existenz und gleichzeitig doch einfach zu sein, was man ist, das haben wir Menschen dummerweise nicht mehr drauf. Und weil wir ‚begriffen‘ haben, was wir wissen und was eben nicht, vor allem, soweit es uns selbst betrifft, seither suchen wir ständig irgendetwas zu werden. Und – schwupp – ist die Zeit in unserem Denken manifest geworden, dieses Werden und Streben nach etwas, das wir noch nicht sind und doch gerne wären.

Und mit exakt diesem Denken kommt die gedankliche Trennung in unsere Vorstellung von der Welt. Und schon ist der Schlamassel angerichtet. Zeit, da wieder raus zu finden.